Natur im Garten

Vortrag von Barbara Stork, Naturgartenprofi und Kräuterpädagogin, Referentin vom Netzwerk Blühende Landschaft. (09.04.2018, Meys Fabrik Hennef)

   

Ihr Ziel ist, Kenntnisse und Mut aufzubauen, blühende Landschaften und Biodiversität zu kreieren und zu entwickeln. Mit dem Vortrag möchte Frau Stork zeigen, wie man das einfach selber machen kann. 

In einer kurzen Einleitung über den Zusammenhang zwischen Pflanzen und ihre Abhängigkeit von Insekten wird deutlich gemacht, wie viele unterschiedliche Bienenarten es gibt und dass manche Bienenarten nur eine spezifische Pflanze benutzen wie zum Beispiel die Glockenblume. Pflanzen sind sehr wichtig für den Lebensraum von Mensch und Tier. Rund 30% unser Lebensmittel kommen von Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden müssen.

Frau Stork erwähnt eine Krefelder Studie, die über 27 Jahre nur die Biomasse von Insekten dokumentiert hat. Es wurde festgestellt, dass die Biomasse um 75% zurückgegangen ist. Das verdeutlicht, dass wir etwas unternehmen müssen. Nicht nur Bauern, sondern auch jeder, der einen Garten hat.

Es werden einige Beispiele gezeigt, wie es in unseren Gärten nicht funktioniert, u.a.:

  • Zu stark zurückgeschnittenen Bäume, die am Anfang vielleicht schon schnell austreiben, aber danach anfälliger sind für Pilz und vorzeitiges Altern.
  • Formgeschnittenen Stauden, die aufgrund ihres Schnittes nie oder kaum zum Blühen gelangen.
  • „Gärten des Grauens“  - voll Beton oder Steinen, kaum Pflanzen anwesend, und Zäunen von Eisendrat mit Plastik… (für Bilder siehe Facebook, Stichwort Gärten des Grauens)
  • Der perfekten Rollrasen, ständig zurückgeschnitten ohne Leben und ohne Blümchen
  • Züchtpflanzen mit große Blüten, die sehr anfällig sind und oft auch mit Gift  behandelt worden sind.

Danach folgen die Lösungen und Tipps:

  • Zusammenarbeiten mit einem richtigen Baumschule (wie z.B. Auerbach in Hennef – bietet auch Schnittkurse an)
  • Mit heimischen Wildpflanzen, die den Winter überleben, struktur-stark und resistent sind, Lebensraum schaffen und für Nestmaterial sorgen, als auch Energie und Treibstoff liefern (wie zum Beispiel Saatgut von Burggarten Blankenberg)
  • Eine Auswahl an Pflanzen treffen, wobei 1/3 im Frühling, 1/3 im Sommer und 1/3 im Herbst blüht
  • Auch Platz für Raupenpflanzen wie Natter Kropf, Hornklee, Wiesensalbei und Blutstorchschnabel
  • Trockenmauer mit Platz für Pflanzen … 
  • Insektenhotels
  • Wasser im Garten ist wichtig

Andere Elemente, woran man denken kann:

  • Fassadenbegrünung; Dachbegrünung und Möglichkeiten für Parkflächen
  • Steinhaufen, Totholz, die Struktur im Garten bringen und vor allem Platz für Insekten und Amphibien

Quellen: 

  • Hortus Insectorum – Facebook Netzwerk
  • Naturgarten.org
  • www.bluehende–landschaft.de

Mit über 120 Zuhörer war dieser Vortrag sehr gut besucht. Es zeigt, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern das Thema ist. 

Das Umweltamt der Stadt kündigte für nächstes Jahr einen Wettbewerb an: Gesucht wird der insektenfreundlichste Garten.