Was sind Streuobstwiesen? 

Im Gegensatz zu einer modernen Obstplantage stehen die Bäume auf Streuobstwiesen verteilt (verstreut) auf der Fläche und sind „hochstämmig“, d.h. der erste Astansatz befindet sich in etwa 2 Meter Höhe. Erst nach einigen Jahren tragen diese Früchte und es bilden sich mächtige prägende Bäume. Diese können manchmal 15-20m Höhe erreichen. Durch die Höhe der Bäume kann die Wiese darunter oft auch als Viehweide genutzt werden.

 

Woher kommen Streuobstwiesen?

Früher waren Streuobstwiesen ein wichtiger Bestandteil der Eigenversorgung der ländlichen Bevölkerung mit Obst und Obstprodukten. Zudem waren Streuobstwiesen auch ein wichtiges wirtschaftliches Standbein vieler bäuerlicher Betriebe. Streuobstwiesen stellen somit ein Stück Heimat und regionale Identität dar. Die Zahl der alten Streuobstwiesen, die früher die Landschaft im Rhein-Sieg-Kreis prägten, hat sich leider stark reduziert. Heute finden sich nur noch im Umfeld einiger Dörfer alte Bestände.

 

Warum Streuobstwiesen anlegen und erhalten? 

Im Unterschied zu den Obstplantagen bestehen Streuobstwiesen klassischerweise aus einer Vielfalt an Obstarten und –sorten. Auf Streuobstwiesen wird auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln meist verzichtet. Die hier angebauten Sorten besitzen sehr unterschiedliche Haltbarkeits- und Verwendungseigenschaften. Im Unterschied zur Supermarktware verfügen Sie von säuerlich-aromatisch bis honigsüß über eine viel größere geschmackliche Vielfalt. Auch die gesundheitliche Qualität der Obstsorten auf einer Streuobstwiese ist hervorzuheben. Sie sind reich an natürlichen Inhaltsstoffen und Vitaminen. Nicht umsonst können viele alte Apfelsorten daher von Apfelallergikern bedenkenlos verzehrt werden.

Hinzu kommt die große ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen. Sie bieten seltenen Arten wie z.B. dem Gartenrotschwanz, dem Grünspecht und diversen Schmetterlingen und Wildbienen einen Lebensraum. Streuobstwiesen bereichern das Landschaftsbild und steigern den Erholungswert der Natur.

 

Hier geht es zum Hennefer Streuobstwiesenweg!

 

Streuobst und Obstbaumwarte im Rhein-Sieg-Kreis

Zahlreiche alte Streuobstwiesen prägen die Landschaft im Rhein-Sieg-Kreis. Sie stellen ein Stück Heimat und regionale Identität dar. Die geschmackliche Vielfalt und gesundheitliche Qualität der dortigen Obstsorten übersteigt die der Supermarktsorten bei Weitem. Jedoch ist das Wissen um die Pflege der Obstbäume weitgehend verlorengegangen. Viele Obstbäume sind überaltert, verfallen und es mangelt an Neupflanzungen. Diesem Trend möchte chance7 entgegenwirken. Chance7 bildet daher in Kooperation mit der Biologischen Station in Eitorf Obstbaumwarte/-innen aus. Diese bekommen in einer insgesamt 9-tägigen Ausbildung ein breitgefächertes Wissen über Streuobstwiesen vermittelt.

Inhalte der Ausbildung sind:

  • Pflanzung, Pflege und Schnitt von Obstbäumen
  • Ernteverfahren
  • Weiterverarbeitung und Vermarktung von Streuobst(produkten)
  • Erkennen von Krankheiten/Schädlingen und biologischer Pflanzenschutz
  • Ökologie der Streuobstwiesen
  • Sortenkunde
  • Veredelung/Pfropfen

Aufgabe der Obstbaumwarte soll es sein, ihr Wissen bei der Pflege und dem Erhalt von Obstwiesen anzuwenden und an Interessierte weiterzugeben. Auch die Vermarktung von Streuobstprodukten soll wiederaufgebaut und vorangebracht werden, denn die alten Sorten haben neben einer großen geschmacklichen Vielfalt auch viele andere Vorzuge. Z.B. können viele alte Sorten von Apfelallergikern gegessen werden und verfügen über mehr natürliche Inhaltsstoffe als die Standardware aus dem Supermarkt.

Weitere Informationen finden Sie unter Obstbaumwarte –Natürlich Streuobst, der Seite der Obstbaumwarte im Rhein-Sieg-Kreis. Um in unserer Region an Rhein und Sieg den Bestand der Streuobstwiesen als lebendigem Kulturgut mit seinem Artenreichtum und den alten Obstsorten zu erhalten, möchten wir gerne unser Wissen teilen, beraten und helfen bei:
  • Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen
  • Sortenbestimmung
  • Fördermöglichkeiten
  • Durchführung umweltpädagogischer Projekte und Führungen
Werden Sie zusammen mit uns aktiv bei der Anlage und Pflege dieses wichtigen Bestandteils unserer Landschaft und schauen Sie ab und zu wieder vorbei und entdecken was es Neues gibt.
Weitere Informationen unter: https://www.natuerlich-streuobst.de/

 

Landwirtschaftskammer NRW
„Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz in NRW - Streuobstwiesen in NRW – Streuobstberatung“

Auf dieser Seite finden Sie eine umfangreiche Sammlung von interrssanten Adressen zum Thema Streuobstwiesen. Des Weiteren ist bei der LWK NRW der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz angesiedelt. Der „Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz in NRW“ ist ein im Jahre 1995 geschaffenes Gremium, erstmalig im Januar 1996 einberufen, in dem mehrere Naturschutz- und Fachverbände, Baumschulverbände, Obstwiesenvereine sowie Fachbehörden einschließlich dem Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) ihre Aktivitäten für Obstwiesen abstimmen und sich gemeinsam für die Erhaltung von Obstwiesen in NRW einsetzen. Die Geschäftsführung liegt bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Ansprechpartner ist Thomas Vogt.

Ein wichtiges Ziel war und ist die gezielte Förderung von alten und die Begründung neuer Obstwiesen nach den früher üblichen Anbaumethoden. Das MULNV stellte für die Virusfreimachung und die Verbreitung dieser Sorten über den Reisermuttergarten (ORG) Fördermittel bereit.

Als Service für alle Interessenten von Streuobstwiesen wie Privatpersonen, Landwirte, Vereine und Körperschaften Öffentlichen Rechtes wurde eine Liste von Obstbaumschulen in Nordrhein-Westfalen zusammengestellt, die 20-30 Obstsorten als Obsthochstämme kultivieren.

http://www.landwirtschaftskammer.de/gartenbau/beratung/obstbau/artikel/obstwiesenschutz.htm

 

Landwirtschaftskammer NRW „Biodiversität und Umweltschutz in der Landwirtschaft“

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie hat die Aufgabe, die Landwirtschaft und die in ihr Berufstätigen zu fördern und zu betreuen und im Rahmen ihrer Aufgaben den ländlichen Raum zu stärken. Einen großen Raum nimmt unter anderem die Beratung und Förderung zum Naturschutz und der Biodiversität in den landwirtschaftlichen Betrieben in NRW ein. Einen umfangreichen Überblick über die aktuellen Maßnahmen finden Sie unter der folgenden Adresse: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/naturschutz/index.htm

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