Lebensraum für Insekten: das Schild gibt es beim Umweltamt der Stadt Hennef und hier zum runterladen.

 

Die Pflanzentauschbörse fand im April 2022 wieder dezentral statt. Pflanzen wurden vor dem eigenen Garten platziert und konnten von interessierten Menschen kostenfrei mitgenommen werden. Die folgenden Fotos wurden in Geistingen aufgenommen:

 

 

2. Hennefer Pflanzentauschbörse am Samstag, 23. April 2022

Bei der Pflanzentauschbörse bieten die TeilnehmerInnen eigene Pflanzen kostenlos an, indem sie diese am 23. April zwischen 11:00 und 13:30 Uhr  vor ihrem Haus bereitstellen. Die Pflanzen dürfen kostenlos und ohne weitere Rücksprache mitgenommen werden. Alle angebotenen Pflanzen werden auf einer Karte der Stadt Hennef eingezeichnet, so dass sich die TeilnehmerInnen die für sie interessanten Pflanzen aussuchen können.

Pflanzen anbieten:

Wenn Sie bei der Pflanzentauschbörse eigene Pflanzen anbieten wollen, schicken Sie bitte einfach eine EMail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die EMail muss Ihre Adresse sowie die von Ihnen (voraussichtlich) angebotenen Pflanzen enthalten. Wir bringen diese Informationen auf die interaktive Karte von Hennef und markieren dabei den Standort.

Pflanzen finden:

Wenn Sie auf die Überschrift klicken, werden Sie zu einer interaktiven Karte weitergeleitet. Dort können Sie sehen, wo zwischen 11:00 und 13:30 Uhr Uhr Pflanzen zum Abholen bereitstehen. Die Karte wird laufend aktualisiert. 

Die Angaben, was abzuholen ist, sind unverbindlich, d. h. es besteht natürlich kein Anspruch darauf, dass die Pflanzen noch da sind, wenn Sie sie abholen möchten.

Achten Sie beim Abholen bitte darauf, die Corona-Schutzregeln einzuhalten. Wir wünschen Ihnen viel Spass!

Geben Sie uns nach der Aktion gerne Feedback per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Flyer zum ausdrucken und weiterverteilen.

 

 

Die Verwendung von Torf und torfhaltigen Erden ist problematisch!

Was hat mein duftender Torfsack mit Klimaschutz zu tun?

Aufgrund des immer weiter voranschreitenden Klimawandels ist die Reduzierung von CO2-Emissionen das Gebot der Stunde. Neben den offensichtlichen CO2-Quellen, wie der Stein- und Braunkohleverbrennung, gibt es versteckte Schadquellen, deren Effekt durch umweltverträglichere Alternativen verringert werden kann. Eine dieser versteckten Schadquellen ist Blumen- oder Graberde, welche hohe Anteile von Torf enthalten. Eine aktuelle Marktübersicht über Pflanzerde im Hennefer Fachhandel finden Sie hier.

Aber warum ist die Verwendung von Torf in Erde klimaschädlich?

Bei Torf handelt es sich um ein Moorsubstrat mit mehr als 30% organischer Substanz in der Trockenmasse, welches aus abgestorbenen Pflanzenteilen durch die Vertorfung entstanden ist. Er entsteht, wenn in gemäßigten Klimazonen, Pflanzenreste bei einem Wasserüberschuss unter Sauerstoffmangel nicht vollständig zersetzt werden. Bis Moore entstehen vergehen oft viele tausend Jahre, da nur rund 1mm Moor pro Jahr entsteht.

Wie schützen Moore das Klima?

Moore sind hochwirksame natürliche Kohlenstoffsenken. Pflanzen nehmen beim Wachsen CO2 auf, der nach ihrem Absterben im Torf gespeichert wird. Nur etwa 3% der Erde sind mit Mooren bedeckt. Diese speichern allerdings rund ein Drittel des gesamten im Boden gebundenen Kohlenstoff und so werden weltweit pro Jahr rund 150-250 Mio. Tonnen CO2 der Atmosphäre entzogen. Wenn der Torf abgebaut, zu Blumen- oder Graberde verarbeitet und auf dem zu bepflanzenden Bereich aufgetragen wird, verrotten die übrig gebliebenen Pflanzenanteile und geben den CO2 an die Umwelt ab.

Warum insbesondere Hochmoore schützen?

Was jeder sehen kann, der schon einmal ein Hochmoor besucht hat: Dies sind seltene, sehr spezielle Lebensräume mit hochspezialisierte Pflanzen- und Tiergesellschaften. Fleischfressende Pflanzen, die Insekten mit klebrigen Blättern fangen und verdauen (Sonnentau), Hochmoortorfe, mit extrem hohem Wasseranteil, angepaßte Arten, die auch sehr nasse, „grundlose“, aber auch extrem nährstoffarme und saure Bodenverhältnisses bewältigen. Sie bilden den Lebensraum für Spezialisten wie Moorfrosch, Kreuzottern, Torf-Mosaikjungfer und Gefleckte Smaragdlibelle. Fast alle Arten sind geschützt und stehen auf der Roten Liste der seltenen oder gefährdeten Arten.

Diese zauberhafte Landschaft wird bei der industriellen Torfgewinnung entwässert, abgebaggert, getrocknet, verpackt und verkauft. Es dauert viele tausend Jahre, bis sich durch Moorwachstum ein ähnlicher Moorkörper aufgebaut hat. Da die meisten Moore in Deutschland bereits abgebaut sind, wird Torf heute meist in Nordosten Europas (Baltikum, Russland) gewonnen.

Welche Alternativen gibt es?

Auf Torfeinsatz kann in vielen Fällen komplett verzichtet werden, v.a. wenn er nur „Deko-Zwecken“ dient („Graberde“). Im Fachhandel gibt es verschieden Alternativstoffe aus pflanzlichen Neben- bzw. Abfallprodukten. Flachsschäben, ein Abfallprodukt bei der Flachsverarbeitung zum Beispiel besitzen ein Treibhauspotential von rund 17 Kg CO2 pro m3, während dies bei Schwarz- bzw. Weisstorf rd. 350 Kg CO2 pro m3 beträgt. Auch verschiedene Rinden und Landerden, Holzfaser  oder –häcksel erfüllen den gleichen Zweck wie Torf.

Im Garten kann auf regional erzeugte Kultursubstrate der Abfallentsorger, wie Komposte, Humusboden oder Rindenmulch zurückgegriffen werden. Die RSAG bzw. die hierauf spezialisierte Tochter KompostWerke Rhein-Sieg (Link: https://krs.rsag.de) in Sankt Augustin bietet ein großes Sortiment als lose oder abgepackte Ware an.

Literatur:

Friedhof Uckerath: Grabgestaltung insektenfreundlich und naturnah

Im Frühjahr 2021 haben wir, einige Mitglieder von Agenda 21 Hennef, Aktionsgruppe blüHen, eine Freifläche genutzt, um dort eine alternative Grabgestaltung aufzuzeigen.

Der untere Teil des Friedhofes ist terrassenförmig mit einem wunderschönen Blick nach Süden auf die umliegenden Nachbardörfer angelegt. Da immer weniger Menschen wie gewohnt beerdigt werden, entstehen dort immer mehr Freiflächen. Diese entstehenden Flächen bieten Möglichkeiten, den Friedhof noch parkähnlicher, naturnah und damit auch insektenfreundlich umzugestalten. Die Aktionsgruppe von BlüHen hat damit begonnen, eine kleine Freifläche auf einer Terrasse zu gestalten.

Wir haben einige Stauden gesetzt, von denen wir wissen, dass sie insektenfreundlich sind. Gleichzeitig haben wir schon für das kommende Frühjahr 2022 auf den Nachbargrundstücken Schneeglöckchen als auch Zwiebeln für Krokusse und Traubenhyazinthen gesetzt. Wir sind sehr gespannt!

Das bisherige Ergebnis haben wir entsprechend dem Jahresverlauf in den angehängten Bildern festgehalten. Die Aktion hat uns den ganzen Sommer und Herbst neben der notwendigen Arbeit auch sehr viel Freude gemacht. Besonders die “Herbstaster” hat im Herbst viele hundert Insekten, vor allem Bienen mit Nektar versorgt. Es war wunderschön, diesem Treiben zuzuschauen.

Vielleicht haben aber auch Sie Lust, mit uns zusammen diese Aktion aktiv zu begleiten. Dann melden Sie sich gerne bei der AG blüHen der Agenda-21 Hennef.

 (Fotos: Bernd Giershausen)

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