Wer hat Pflanzen für den Garten abzugeben? Die AG "Blühendes Hennef" (blüHen) veranstaltet am 1. Mai eine Pflanzentauschbörse. Da diese unter Corona-Bedingungen nicht an einem zentralen Ort stattfinden kann, ist die Idee, dass alle Menschen, die Pflanzen abzugeben haben, diese am 1. Mai von 11 bis 16 Uhr vor ihrem Grundstück zum Mitnehmen hinstellen. Vorher melden sie sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an. BlüHen sammelt dann alle Angebote hier auf seiner Webseite und erstellt daraus eine Karte. So können Interessierte sehen, wo sie was abholen können.

Wer mitmachen möchte, schickt bis zum 26.04. eine Mail an die oben genannte Adresse. Notwendige Angaben sind der Standort der Pflanzen und welche Pflanzen in ungefähr welcher Menge dort abzuholen sind. BlüHen freut sich auf eine rege Teilnahme und eine positive Aktion in Hennef in diesen schwierigen Zeiten.

Ehrenamtliche berieten Interessierte bei der insektenfreundlichen Umgestaltung ihrer Vorgärten

Familie Konetzky steckt viel Mühe in ihren Garten. Bei ihrem Vorgarten aber dachte sie: da geht noch mehr! Er sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch so gestaltet werden, dass er Insekten einen möglichst optimalen Lebensraum bietet.

Zu diesem Thema nahm sie die ehrenamtliche Beratung in Anspruch, die die AG Blühendes Hennef (blüHen) Interessierten angeboten hatte. Zu diesem Zweck nahm sich der Gartenbauer Franz Buhr eine Stunde Zeit, um vor Ort Tipps zu geben, wie der vorhandene Vorgarten umgestaltet werden könnte. Er schaute zunächst, was schon vorhanden war und fand Nützliches wie Sonnenhut, aber auch Pflanzen, die Insekten eher nicht für sich nutzen können wie Hortensien. Da aber insgesamt auch noch viel freie Fläche zur Verfügung stand, riet er dazu, die bereits vorhandenen Pflanzen zu belassen, denn sie sind bereits gut verwurzelt und deshalb auch weniger anfällig bei Trockenheit. Weiterhin gab er dem Ehepaar Konetzky Hinweise, welche Stauden sinnvollerweise in dem überwiegend schattigen Beet zu pflanzen sind. Sein Tipp war, nach und nach die ganze Fläche durch Stauden zuwachsen zu lassen. Dabei sollten die Pflanzen so ausgewählt werden, dass praktisch während der ganzen Wachstumsperiode etwas blüht. Wenn dieses Stadium erreicht sei, verringere sich auch der Arbeitsaufwand, weil unerwünschte Pflanzen weniger Chancen hätten.

Die Beratung bei Familie Konetzky war nur eine von mehreren Terminen, bei denen Ehrenamtliche mit Unterstützung des Umweltamtes der Stadt Hennef Interessierte zum Thema „Insektenfreundliche Vorgärten“ berieten. Ziel von blüHen ist es, mit dieser Aktion möglichst viele Menschen dafür zu begeistern, dass sie ihre Vorgärten so gestalten, dass  sie vielfältigen Insekten als Lebensraum dienen. Wer zu diesem Thema Fragen hat, findet Informationen weiter unten auf dieser Seite und kann sich auch gerne mit weiteren Fragen an uns wenden.

Ein Beitrag von Barbara und Günter Wagner

 

Naßkalt war es am 10. Januar 2021. Auf den höher gelegenen Flächen des südlichen Randes des Rhein-Sieg-Kreises, so ab 200m Höhe, lag ein wenig Schnee, darunter war´s matschig. Da wir seit einiger Zeit unsere Milch von dem Bauernhof Bernd Schmitz beziehen, haben wir uns für einen Besuch bei den Flächen der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft), die dort für unsere Region zu Hause ist, aufgemacht.

Wie wir alle wissen, haben sich die Bedingungen für Insekten und anderes Kleingetier – und in der Folge dadurch auch für Vögel - in den letzten Jahrzehnten massiv verschlechtert.

Die Landschaft wurde stark verändert: statt kleinteilig mit vielen Strukturen wie Ackerrainen, Hecken und Feldgehölzen werden jetzt große einheitliche Flächen bearbeitet. Zu Beginn dieser Veränderung stellte man fest, dass viele Tiere neuen Lebensraum im Siedlungsbereich fanden, aber inzwischen wird es für sie auch dort schwierig, da in den Gärten immer mehr exotische Pflanzen (uninteressant für unsere Insekten), kurzgeschorener Rasen und Schottergärten mit Abdichtung zum natürlichen Boden beliebt werden.

 

Ein Versuch, wieder mehr Lebensraum für Tiere in die Landschaft einzubrigen, wurde durch die Mitglieder der oben bereits erwähnten SoLaWi im Laufe des vergangenen Herbstes und Winters in Angriff genommen. Dazu wurden verschiedene Sträucher und Bäume entlang eines Ackerweges ( im Besitz der Stadt Hennef) gepflanzt. Es ist eine etwa 200m lange Reihe unterschiedlicher, einheimischer Pflanzen angelegt worden (siehe Artenliste unten). Die Pflanzlöcher sind etwa 0,5m tief und haben einen Querschnitt von etwa 0,3 x 0,3 m. Sie wurden vor der Beplanzung mit einer „Wühlmaussperre“, d.h. mit einem genügend engmaschigen Drahtgeflecht ausgelegt, um die Wurzeln vor Wühlmausfraß zu schützen. Junge Wurzeln schmecken nämlich besonders fein.

Seien wir also gespannt auf die Früchte dieser Arbeit!

Liste der bisher gepflanzten Arten:

  • Amelanchier lamarchii, Kupfer-Felsenbirne; Aronia melanocarpa, Kahle Apfelbeere;
  • Cornus mas, Kornelkirsche; Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere;
  • Ribes rubrum, Rote Johannisbeere; Birne „Gute Luise“; Birne „Williams Christbirne“;
  • Birne „Clapps Liebling“; Birne „Vereinss Dechantsbirne“; Malus „Alkmene“, Apfel;
  • Malus „Ontario“, Apfel; Malus „Jakob Lebel“, Apfel; Malus „Rheinischer Bohnapfel“, Apfel;
  • Malus „Rheinischer Winterrambur“, Apfel; Malus „Cox Orange Renette“, Apfel;
  • Bühler Frühzwetsche; Hauszwetsche; Pflaume „Ontario“; Zwetsche „Wangenheimer Frühzwetsche“.

 

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kjo

Die Gruppe „blühendes Hennef“ (blüHen) möchte Menschen unterstützen, die ihren Vorgarten insektenfreundlicher gestalten möchten. Angeboten wird eine Beratung, wie ein „Schottergarten“ oder ein für Insekten ähnlich unattraktiver Vorgarten umgestaltet werden kann.

Bei Neubauten verbietet die Hennefer Bauordnung inzwischen das Anlegen von sog. „Schottergärten“. Im Hennefer Stadtbild sind sie aber nach wie vor präsent. Diese Flächen bieten aufgrund des hohen Anteils von Einfamilienhäusern an der Gesamtfläche insgesamt ein großes Potential hier Blühflächen zu schaffen. Diese bieten dann nicht nur Insekten wie Bienen
einen Lebensraum, sondern sehen dazu noch schön aus. Dass sie dabei gar nicht besonders arbeitsintensiv sein müssen und eine Umgestaltung zudem mit relativ einfachen Mitteln zu bewerkstelligen ist, soll in einem Beratungstermin gezeigt werden. Organisiert wird die Aktion von BlüHen, einer Arbeitsgemeinschaft der Agenda21-Gruppe Hennef.

Interessierte Gartenbesitzer:innen melden sich gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Eine ganze Reihe von nützlichen Informationen zum Thema "Insektenfreundliche Gartengestaltung" findest sich zum Beispiel auf den Seiten des NABU (https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html).

Wer beim Bepflanzen seines Vorgartens die Insekten mitbedenken möchte, kann bspw. auf folgende Pflanzen zurückgreifen:

Für den Nasch- oder Kräutergarten: Pflanzen, die auch für uns essbar sind

  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Vogelkirsche (Prunus avium)
  • Kulturapfel (Malus domestica)
  • Echte Mispel (Mespilus germanica)
  • Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
  • Weißdorn (Crataegus monogyna)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Kornblume (Centaurea cyanus)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Duftnessel (Agastache foeniculum)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Veilchen (Viola canina)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Minzen (Mentha)
  • Katzenminze (Nepeta cataria)
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Brombeere (Rubus fruticosa agg.)

Heimische Wildrosen


  • Hundsrose (Rosa canina)
  • Essigrose (Rosa gallica)
  • Bibernellrose (Rosa spinosissima)
  • Zimtrose (Rosa majalis)

 

 

 

Für das Staudenbeet: Pflanzen, die      für Insekten nützlich sind

  • Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium)
  • Diptam (Dictamnus albus)
  • Kugelblume (Globularia bisnagarica)
  • Wilde Malve (Malva sylvestris)
  • Moschusmalve (Malva moschata)
  • Wiesensalbei (Salvia pratensis)
  • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Akelei (Aquilegia vulgaris)
  • Natternkopf (Echium vulgare)
  • Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis)
  • Gemeines Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
  • Nachtkerze (Oenothera biennis)
  • Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Steinklee (Melilotus officinalis)
  • Immenblatt (Melittis melissophyllum)
  • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Brennnessel (Urtica dioica)
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
  • Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia alba)
  • Echter Salbei (Salvia officinalis)
  • Türkenbundlilie (Lilium martagon)
  • Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)

 

 

Frühblüher (Zwiebel und Knolle)


  • Märzenbecher (Leucojum vernum)
  • Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)
  • Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
  • Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
  • Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)
  • Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)
  • Leberblümchen (Hepatica nobilis)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Winterling (Eranthis hyemalis)
  • Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In einer Veranstaltung am 22. Januar 2021 informierte die Agrarwissenschaftlerin Linda Trein von der NABU-Stiftung rund 20 Interessierte, wie man beim Verpachten Naturschutz mitdenken kann.

 

Nach grundsätzlichen Informationen zu den Themen Insktensterben und Biodiversität ging es vor allem darum, wie bei der Verpachtung von Flächen Naturschutzmaßnahmen in den Pachtverträgen festgeschrieben werden können. Dabei verwies die Referentin immer wieder darauf, dass derartige Vereinbarungen stets im Dialog mit den pachtenden Landwirt*innen getroffen werden müssten.Den Informationen folgten Fragen und ein sehr konstruktiver Austausch, in dem neben der Perspektive des Naturschutzes auch die der Landwirtschaft deutlich wurde und Gemeinsames betont wurde.

Sie wies auf das kostenlose Angebot der NABU-Stiftung hin, sich bei Fragen rund um die Gestaltung von Pachtverträgen individuell beraten zu lassen. Dazu kann man Frau Trein unter folgender E-Mail-Adresse kontaktieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Grundsätzliche Informationen zu dieser Thematik und ein Musterpachtvertrag finden sich in einem Beitrag auf dieser Website. Über das Angebot der NABU-Stiftung informiert ein Video das unter folgendem Link abrufbar ist: https://www.fairpachten.org/projekt/fairpachten-als-erklaerfilm?pk_campaign=Film_NL_012021.

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