Der Friedhof in Uckerath ist terrassenförmig angelegt. Auf einer der unteren Terrasse, die teils nicht mehr mit Gräbern belegt ist und wird, haben wir ein Beet angelegt. Weitere Beete könnten folgen.                       
                                    
Bepflanzung: Ausschließlich aufgrund unserer Erfahrung mit insektenfreundlichen Pflanzen. Alle Pflanzen kommen aus Gärten, die seit Jahren ohne Pestizide auskommen.                       
                                    
Größe: 2,5 x 2,5 m                             
Angelegt: Anfang April 2021                       
Die ausgestochenen Grassoden haben wir als kleinen Hügel in  eine hintere  Ecke gestapelt und mit Erde abgedeckt.   

Pflanzplan


 

Nr. lt. Plan                    Blume Höhe Farbe blüht wann?
1 Herbstaster     hoch blau, rosa Herbst
2 Herbstanemone hoch weiß, rosa Herbst
3 Gilberich mittel gelb Sommer
4 Lavendel mittel blau, lila Sommer
5 Zitronenmelisse nierdrig   Sommer
6 Dahlien hoch divers Sommer/Herbst
7 Sonnnekraut hoch gelb Sommer
8 Fetthenne mittel   Sommer
9 Fingerhut hoch rosa Sommer
10 Schwertlilie mittel blau Frühling/ Sommer
11 Bauernlilie mittel orange Frühling/ Sommer
12 Akelei niedrig blau/rosa Frühling
13 Lungenkraut niedrig blau/rosa Frühling
14 Sandnelke niedrig rosa Frühling
15 Drachenkraut niedrig blau Herbst
16 Vergißmeinnicht niedrig blau Frühling
17 Nachtkerzen mittel gelb Sommer
18 Majoran niedrig   Sommer

                     
Anmerkung zu den Dahlien: Wir pflanzen nur solche Dahlien, die aufgrund ihrer offenen Blüten insektenfreundlich sind. Werden demnächst vorgezogen und im Mai ausgepflanzt.

Erste Insekten haben die neue Pflanzung schon als Lebensraum entdeckt:

 

Wer das wärmere Wetter nutzt und sich viel im Freien aufhält, kann ihn nun entdecken: den Aurorafalter. Er kommt auch in Hennef vor, ist allerdings verhältnismäßig selten. Die Männchen sind recht auffällig mit ihrem breiten orangenen Streifen auf den Flügeln. Die Weibchen sind einfarbig weiß.

Für ihr Überleben sind die Schmetterlinge besonders auf sogenannte Kreuzblütler angewiesen. Hier können alle Gartenbesitzer:innen aktiv werden: Oft reicht es schon aus, seltener Rasen zu mähen oder einige Teile des Rasens immer mal wieder stehen zu lassen. Dann stellen sich Wiesenschaumkraut und Knoblauchrauke, die eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Falter bilden, meist ganz von selbst ein.

Mehr Informationen zum Aurorafalter und seinem Lebensraum finden sich unter https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/tagfaltermonitoring/tagfalter-nrw/03152.html.

Vielen Dank, Bernd Giershausen, für das tolle Foto!

Ehrenamtliche berieten Interessierte bei der insektenfreundlichen Umgestaltung ihrer Vorgärten

Familie Konetzky steckt viel Mühe in ihren Garten. Bei ihrem Vorgarten aber dachte sie: da geht noch mehr! Er sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch so gestaltet werden, dass er Insekten einen möglichst optimalen Lebensraum bietet.

Zu diesem Thema nahm sie die ehrenamtliche Beratung in Anspruch, die die AG Blühendes Hennef (blüHen) Interessierten angeboten hatte. Zu diesem Zweck nahm sich der Gartenbauer Franz Buhr eine Stunde Zeit, um vor Ort Tipps zu geben, wie der vorhandene Vorgarten umgestaltet werden könnte. Er schaute zunächst, was schon vorhanden war und fand Nützliches wie Sonnenhut, aber auch Pflanzen, die Insekten eher nicht für sich nutzen können wie Hortensien. Da aber insgesamt auch noch viel freie Fläche zur Verfügung stand, riet er dazu, die bereits vorhandenen Pflanzen zu belassen, denn sie sind bereits gut verwurzelt und deshalb auch weniger anfällig bei Trockenheit. Weiterhin gab er dem Ehepaar Konetzky Hinweise, welche Stauden sinnvollerweise in dem überwiegend schattigen Beet zu pflanzen sind. Sein Tipp war, nach und nach die ganze Fläche durch Stauden zuwachsen zu lassen. Dabei sollten die Pflanzen so ausgewählt werden, dass praktisch während der ganzen Wachstumsperiode etwas blüht. Wenn dieses Stadium erreicht sei, verringere sich auch der Arbeitsaufwand, weil unerwünschte Pflanzen weniger Chancen hätten.

Die Beratung bei Familie Konetzky war nur eine von mehreren Terminen, bei denen Ehrenamtliche mit Unterstützung des Umweltamtes der Stadt Hennef Interessierte zum Thema „Insektenfreundliche Vorgärten“ berieten. Ziel von blüHen ist es, mit dieser Aktion möglichst viele Menschen dafür zu begeistern, dass sie ihre Vorgärten so gestalten, dass  sie vielfältigen Insekten als Lebensraum dienen. Wer zu diesem Thema Fragen hat, findet Informationen weiter unten auf dieser Seite und kann sich auch gerne mit weiteren Fragen an uns wenden.

Die Gruppe „blühendes Hennef“ (blüHen) möchte Menschen unterstützen, die ihren Vorgarten insektenfreundlicher gestalten möchten. Angeboten wird eine Beratung, wie ein „Schottergarten“ oder ein für Insekten ähnlich unattraktiver Vorgarten umgestaltet werden kann.

Bei Neubauten verbietet die Hennefer Bauordnung inzwischen das Anlegen von sog. „Schottergärten“. Im Hennefer Stadtbild sind sie aber nach wie vor präsent. Diese Flächen bieten aufgrund des hohen Anteils von Einfamilienhäusern an der Gesamtfläche insgesamt ein großes Potential hier Blühflächen zu schaffen. Diese bieten dann nicht nur Insekten wie Bienen
einen Lebensraum, sondern sehen dazu noch schön aus. Dass sie dabei gar nicht besonders arbeitsintensiv sein müssen und eine Umgestaltung zudem mit relativ einfachen Mitteln zu bewerkstelligen ist, soll in einem Beratungstermin gezeigt werden. Organisiert wird die Aktion von BlüHen, einer Arbeitsgemeinschaft der Agenda21-Gruppe Hennef.

Interessierte Gartenbesitzer:innen melden sich gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Eine ganze Reihe von nützlichen Informationen zum Thema "Insektenfreundliche Gartengestaltung" findest sich zum Beispiel auf den Seiten des NABU (https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html).

Wer beim Bepflanzen seines Vorgartens die Insekten mitbedenken möchte, kann bspw. auf folgende Pflanzen zurückgreifen:

Für den Nasch- oder Kräutergarten: Pflanzen, die auch für uns essbar sind

  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Vogelkirsche (Prunus avium)
  • Kulturapfel (Malus domestica)
  • Echte Mispel (Mespilus germanica)
  • Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
  • Weißdorn (Crataegus monogyna)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Kornblume (Centaurea cyanus)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Duftnessel (Agastache foeniculum)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Veilchen (Viola canina)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Minzen (Mentha)
  • Katzenminze (Nepeta cataria)
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Brombeere (Rubus fruticosa agg.)

Heimische Wildrosen


  • Hundsrose (Rosa canina)
  • Essigrose (Rosa gallica)
  • Bibernellrose (Rosa spinosissima)
  • Zimtrose (Rosa majalis)

 

 

 

Für das Staudenbeet: Pflanzen, die      für Insekten nützlich sind

  • Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium)
  • Diptam (Dictamnus albus)
  • Kugelblume (Globularia bisnagarica)
  • Wilde Malve (Malva sylvestris)
  • Moschusmalve (Malva moschata)
  • Wiesensalbei (Salvia pratensis)
  • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Akelei (Aquilegia vulgaris)
  • Natternkopf (Echium vulgare)
  • Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis)
  • Gemeines Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
  • Nachtkerze (Oenothera biennis)
  • Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Steinklee (Melilotus officinalis)
  • Immenblatt (Melittis melissophyllum)
  • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Brennnessel (Urtica dioica)
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
  • Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia alba)
  • Echter Salbei (Salvia officinalis)
  • Türkenbundlilie (Lilium martagon)
  • Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)

 

 

Frühblüher (Zwiebel und Knolle)


  • Märzenbecher (Leucojum vernum)
  • Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)
  • Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
  • Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
  • Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)
  • Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)
  • Leberblümchen (Hepatica nobilis)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Winterling (Eranthis hyemalis)
  • Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Beitrag von Barbara und Günter Wagner

 

Naßkalt war es am 10. Januar 2021. Auf den höher gelegenen Flächen des südlichen Randes des Rhein-Sieg-Kreises, so ab 200m Höhe, lag ein wenig Schnee, darunter war´s matschig. Da wir seit einiger Zeit unsere Milch von dem Bauernhof Bernd Schmitz beziehen, haben wir uns für einen Besuch bei den Flächen der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft), die dort für unsere Region zu Hause ist, aufgemacht.

Wie wir alle wissen, haben sich die Bedingungen für Insekten und anderes Kleingetier – und in der Folge dadurch auch für Vögel - in den letzten Jahrzehnten massiv verschlechtert.

Die Landschaft wurde stark verändert: statt kleinteilig mit vielen Strukturen wie Ackerrainen, Hecken und Feldgehölzen werden jetzt große einheitliche Flächen bearbeitet. Zu Beginn dieser Veränderung stellte man fest, dass viele Tiere neuen Lebensraum im Siedlungsbereich fanden, aber inzwischen wird es für sie auch dort schwierig, da in den Gärten immer mehr exotische Pflanzen (uninteressant für unsere Insekten), kurzgeschorener Rasen und Schottergärten mit Abdichtung zum natürlichen Boden beliebt werden.

 

Ein Versuch, wieder mehr Lebensraum für Tiere in die Landschaft einzubrigen, wurde durch die Mitglieder der oben bereits erwähnten SoLaWi im Laufe des vergangenen Herbstes und Winters in Angriff genommen. Dazu wurden verschiedene Sträucher und Bäume entlang eines Ackerweges ( im Besitz der Stadt Hennef) gepflanzt. Es ist eine etwa 200m lange Reihe unterschiedlicher, einheimischer Pflanzen angelegt worden (siehe Artenliste unten). Die Pflanzlöcher sind etwa 0,5m tief und haben einen Querschnitt von etwa 0,3 x 0,3 m. Sie wurden vor der Beplanzung mit einer „Wühlmaussperre“, d.h. mit einem genügend engmaschigen Drahtgeflecht ausgelegt, um die Wurzeln vor Wühlmausfraß zu schützen. Junge Wurzeln schmecken nämlich besonders fein.

Seien wir also gespannt auf die Früchte dieser Arbeit!

Liste der bisher gepflanzten Arten:

  • Amelanchier lamarchii, Kupfer-Felsenbirne; Aronia melanocarpa, Kahle Apfelbeere;
  • Cornus mas, Kornelkirsche; Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere;
  • Ribes rubrum, Rote Johannisbeere; Birne „Gute Luise“; Birne „Williams Christbirne“;
  • Birne „Clapps Liebling“; Birne „Vereinss Dechantsbirne“; Malus „Alkmene“, Apfel;
  • Malus „Ontario“, Apfel; Malus „Jakob Lebel“, Apfel; Malus „Rheinischer Bohnapfel“, Apfel;
  • Malus „Rheinischer Winterrambur“, Apfel; Malus „Cox Orange Renette“, Apfel;
  • Bühler Frühzwetsche; Hauszwetsche; Pflaume „Ontario“; Zwetsche „Wangenheimer Frühzwetsche“.

 

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kjo

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