Im Juli hatten wir die Parteien, die sich bei der Kommunalwahl der Abstimmung stellen, gefragt, wie sie mehr Insektenschutz in Hennef verwirklichen wollen. Nun liegen die Anworten vor. Wir haben diese in einer Übersicht zusammengestellt, die wir im Folgenden veröffentlichen. So kann man sich schnell einen Überblick über die Positionen verschaffen. Hier findet sich die Übersicht als pdf-Datei.

Wer es genauer wissen möchte: Ein Klick auf den Parteiennamen in den nachfolgenden Links führt außerdem zu dem jeweiligen Dokument mit der Antwort im Original: CDU, Linke, FDP, Grüne, SPD.

 

 

 

Wer mit dem Gedanken spielt, in seinem Garten mehr Lebensraum für Insekten zu schaffen, kann sich bei einer Gartenbesichtigung in Hennef Anregungen holen. Der Gewinnergarten des Wettbewerbs „Hennef summt“ (2019) öffnet am 5. September um 13 Uhr seine Pforten.

Der Eigentümer des Gartens wird gerne Tipps und Hinweise zu einer nachhaltigen und ökologischen Gartengestaltung geben und Fragen dazu beantworten. Willkommen sind alle – vom Anfänger bis zum Profi.

Interessierte können sich anmelden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Blühflächen und artenreiche Wiesen bieten wertvollen Lebensraum und Nahrung für Insekten. Auch im eigenen Garten können sie angelegt werden und sind dort nicht nur nützlich sondern auch schön anzusehen.

 

Informationen rund um dieses Thema gibt Biologe Klaus Weddeling von der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises am

Freitag, den 21.8., um 16 Uhr

in Hennef. Anhand einer vor anderthalb Jahren in einem privaten Garten angelegten Blühfläche gibt er Tipps zur Pflege solcher Flächen, wie z.B. zum richtigen Mähzeitpunkt. Auch Fragen zum Anlegen und zur Einsaat von Blühflächen können beantwortet werden.

 

Der Termin wird veranstaltet von BlüHen (Blühendes Hennef), einer Arbeitsgemeinschaft der Agenda 21-Gruppe Hennef. Interessierte können sich anmelden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

BlüHen hat Fragen gestellt an die Parteien, die zur Kommunalwahl in Hennef antreten. Wir wollten wissen, was sie vorhaben, um mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen. Nun warten wir gespannt auf die Antworten und werden an dieser Stelle dann auch darüber informieren.

Gespräch mit Herrn Gockel-Böhner

Am 17. April gegen 10 Uhr haben sich meine Frau und ich mit Herrn Gockel-Böhner (Dipl. Ing. agr.) an einer von ihm bewirtschafteten und rund 2 ha großen Fläche getroffen. Wir haben uns über seine Erfahrungen mit insektenfreundlichen Blühflächen unterhalten.

Der Bereich auf der betrachteten Fläche besteht aus lockerem, fruchtbarem Boden (Lehm). Es gibt drei Abschnitte: Der erste ist wie alle anderen auch ungedüngt und wurde im vergangenen Jahr mit einer Samenmischung von Rieger-Hofmann eingesät. Eine Mahd wurde Mitte März 2020 durchgeführt.

Der zweite Abschnitt wurde vor 10 Jahren mit einer Samenmischung (Agrar Umwelt Mischung (AUM)) bestellt. Eine Mahd wurde im August durchgeführt.

Der dritte Teil wurde wie der erste Teil mit einer Rieger-Hofmann Samenmischung versehen, wobei hiervon eine Hälfte jedoch gar nicht gemäht wurde. Diese Hälfte wurde „natur -belassen“, d.h. auch die Halme der größeren Pflanzen wie Sonnenblumen, etc. wurden einfach stehen gelassen. Herr Gockel-Böhner erklärte auch den Grund: durch das Stehenlassen der Halme haben die Insekten gute Fortpflanzungsmöglichkeiten. Sie legen ihre Eier in den Halmen ab – wie dies auch die Insektenhotels nachahmen - wodurch sich die Population erfolgreich entwickeln kann.Wiederholtes Mähen während einer Wachstums-Generation sei also dem Erhalt oder gar der weiteren Entwicklung der Population nicht zuträglich.

Üblicherweise wird aber auch auf der übrigen Fläche das Schnittgut gehäckselt und wieder auf der Fläche verteilt. In den kommenden Jahren jedoch denke Herr Gockel-Böhner auch an das Beweiden durch Schafe. Damit gehe dem Boden die natürliche Düngung nicht verloren. Herr Gockel-Böhner verwies in dem Gespräch mehrmals auf die Bedeutung der Umgebung einer Blühfläche hin. Die Anlage von schmalen Blühstreifen entlang von Straßen - evtl. stark befahrener - ohne Verbindung zu anderen geeigneten Biotopen sah er als nicht zielführend an. Hecken, Gebüschen und Grundstücken mit Baumbestand als Nachbargrundstücke zu Blühwiesen komme hingegen eine entscheidende Bedeutung zu.

Bei genauerem Hinsehen auch auf den Boden konnten verschiedene Insekten erkannt werden. Neben verschiedenen Wildbienenarten und Hummeln auf den Blüten tummelten sich u.a. auch Wanzen am Boden. Von der Vielfalt verschiedener Gräser und für Insekten geeigneter Blühpflanzen (keine gefüllten Blüten !) möchten wir heute nicht berichten. Aber sehen Sie auf die Fotos: können Sie alle verschiedenen Pflanzen identifizieren? Eine große Vielfalt ist erkennbar.

Wir danken Herrn Gockel-Böhner für das konstruktive Gespräch. Er war unseren Fragen gegenüber sehr aufgeschlossen und erwähnte auch seine vielfältigen Kontakte zu U mweltorganisationen und Institutionen, die sich mit Fragen der Biodiversität und den Zusammenhängen in der Natur wissenschaftlich auseinandersetzen.

 

Das Gespräch führten:

Günter und Barbara Wagner

Fotos: Stefan Gockel-Böhner

Unterkategorien