Wer Land besitzt und dies zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet, hat ein wirksames Instrument an der Hand, um Natur- bzw. Insektenschutz voranzutreiben. Mag die einzelne Fläche auch klein sein, auf ganz Hennef gerechnet kommt einiges zusammen, denn ca. die Hälfte der Stadtfläche wird landwirtschaftlich genutzt: insgesamt über 5000 ha.

Wenn ein Pachtvertrag ausläuft, ist die richtige Gelegenheit, um ökologische Nutzungsbedingungen in einen neuen Vertrag hineinzuschreiben. Weniger einfach, aber durchaus möglich sind Änderungen in einem laufenden Pachtverhältnis. Viele Landwirt*innen sind Ideen des Naturschutzes gegenüber sehr aufgeschlossen. Es lohnt sich also, das Gespräch zu suchen.

Welche Maßnahmen auf welcher Fläche angebracht sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Eine Vielfalt an Möglichkeiten beschreibt die Internetseite der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe fairpachten.org. Dort finden sich auch ausführliche Beschreibungen der im Folgenden genannten Maßnahmen: Meist sinnvoll ist z.B. das Anlegen von (dauerhaften) Blühstreifen und eine Vermeidung übermäßigen Düngens in die Pachtbedingungen aufzunehmen Für Grünland kann eine naturverträgliche Wiesennutzung festgeschrieben werden, bei der z.B. in festgelegtem Abstand gemäht wird. Im Bereich des Ackerbaus können z.B. zweijährige Anbaupausen für Mais in Verträge hineingeschrieben werden.

Auf fairpachten.org findet sich ein Musterpachtvertrag, der schon in seiner Präambel betont, dass die gepachtete Fläche mit "besonderer Rücksicht auf Natur und Landschaft bewirtschaftet" werden soll.Darüber hinaus kann er an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl von Maßnahmen, die sich in den Vertrag (in § 9) einpflegen lassen - über die hinaus, die wir oben kurz aufgezählt haben.

Fairpachten bietet auch eine kostenlose Beratung an. Damit kann jede*r Landbesitzer*in die optimale – insektenfreundliche – Nutzung für die eigene Fläche finden und im neuen Pachtvertrag festschreiben.