Obstbaumschnitt -- Leicht gemacht?

Obstbäume auf einer Streuobstwiese in Hennef unter fachlicher Anleitung schneiden: das war der Wunsch in der AG und das Angebot der Obstbaumwarte an Rhein und Sieg, namentlich von Corinna Klein und Britta Kern aus Windeck. Es begann an einem wunderschönen Tag Ende März 2019. Was dann geschah, sehen Sie auf den folgenden Bildern. Bei dem üblichen Landlust-Wetter, dass wir fast immer in Theishohn haben, begann die Aktion mit einem Frühstück im Grünen. Corinna und Britta sind ein tolles Team und haben uns klasse angeleitet. Alles, was wir später alleine verbockt haben, geht natürlich auf unsere eigene Kappe...

Jeder Schnitt beginnt mit der Baumansprache, bei der man sich überlegt, wie der Baum jetzt gewachsen ist, und wie er sich in Zukunft weiterentwickeln soll. Dabei gibt es nicht das eine Richtig oder Falsch, denn ein sinnvoller Schnitt hängt von den Zielen ab, die man verfolgt: soll der Baum möglichst viel Ertrag bringen? Sollen die Früchte einfach (niedrig) zu ernten sein? Soll der Stamm hoch sein, damit die Schafe nicht an die Früchte kommen? Wird regelmäßig nachgeschnitten, oder ist dies eine einmalige Aktion? Grundsätzlich gilt meist: mehr weg ist besser, die meisten Bäume sind insbesondere in ihrem inneren Bereich zu dicht. Wir wollen, dass möglichst viel Sonne an die Früchte kommt. Deshalb bleiben im unteren Bereich nur drei oder vier Hauptäste stehen, die in unterschiedliche Richtung die Krone des Baumes aufbauen sollen. Ein möglichst gerade nach oben wachsender Leittrieb soll die Spitze bilden. Je jünger der Baum, desto einfacher die Ansprache. Die nächsten drei Bilder zeigen einen jungen Apfelbaum von der Ansprache bis zum Schnittergebnis, das vierte Bild zeigt den gleichen Baum fünf Monate später (also Ende August):

 

Bei diesem Apfelbaum wuchs ein mittlerer Ast zwar in die richtige Himmelsrichtung, aber zu steil nach oben. Deshalb wurde hier ein Distanzholz eingesetzt, dass die Wuchsrichtung des Astes in eine stärker horizontale Richtung leiten soll.

Beim dritten Apfelbaum wird es etwas anspruchsvoller, weil dieser schon ein paar Jahre steht und nach der Pflanzung nie geschnitten wurde. Hier wird radikaler vorgegangen, insbesondere wird die sehr hohe Spitze eingekürzt. Da reicht die Schere nicht mehr, die Säge muss ran. Überhaupt spielt gutes Werkzeug eine wichtige Rolle, wer häufiger Obstbäume schneiden will, sollte sich hier mit guten Geräten eindecken. Was bei diesem Schnitt herauskam, kann man auf dem sechsten Bild aus dem August sehen:

 

 

Obstbaumschnitt, zweiter Teil

Nicht alle Bäume konnten im Frühjahr geschnitten werden. Im August ging es deshalb mit einem Sommerschnitt weiter. Diesmal trauten Priska, Tina, Ralf und Karl sich ohne fachfrauliche Hilfe an die Bäume. Was dabei dann herauskam, sehen Sie hier. Diese Kirsche hier war im Frühjahr nicht geschnitten worden, jetzt geht es ihr ans Holz. Natürlich erstmal mit Ansprache, dannach arbeiten wir uns von unten nach oben vor. Ok, am Ende sieht es etwas traurig aus, aber wir werden später bei der Pflaume sehen, dass wir das noch besser können:

Dieser Apfelbaum stand eigentlich auch auf der Schnittliste, aber wir entschlossen uns, ihn einfach wachsen zulassen. Sozusagen als Gegenprobe zu beschnittenen Kollegen:

Aber dieser Pflaume geht es richtig ans Holz. Sie ist jetzt schon ziemlich groß und will immer höher hinaus. Da würde ja nie eine Frucht geerntet (weil man garnicht drankommt). Die Schafe freuen sich übrigens über die frischen Blätter:

 

 Was wohl die beiden Fachfrauen dazu sagen werden, wenn sie das sehen?

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kjo