Ehrenamtliche berieten Interessierte bei der insektenfreundlichen Umgestaltung ihrer Vorgärten

Familie Konetzky steckt viel Mühe in ihren Garten. Bei ihrem Vorgarten aber dachte sie: da geht noch mehr! Er sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch so gestaltet werden, dass er Insekten einen möglichst optimalen Lebensraum bietet.

Zu diesem Thema nahm sie die ehrenamtliche Beratung in Anspruch, die die AG Blühendes Hennef (blüHen) Interessierten angeboten hatte. Zu diesem Zweck nahm sich der Gartenbauer Franz Buhr eine Stunde Zeit, um vor Ort Tipps zu geben, wie der vorhandene Vorgarten umgestaltet werden könnte. Er schaute zunächst, was schon vorhanden war und fand Nützliches wie Sonnenhut, aber auch Pflanzen, die Insekten eher nicht für sich nutzen können wie Hortensien. Da aber insgesamt auch noch viel freie Fläche zur Verfügung stand, riet er dazu, die bereits vorhandenen Pflanzen zu belassen, denn sie sind bereits gut verwurzelt und deshalb auch weniger anfällig bei Trockenheit. Weiterhin gab er dem Ehepaar Konetzky Hinweise, welche Stauden sinnvollerweise in dem überwiegend schattigen Beet zu pflanzen sind. Sein Tipp war, nach und nach die ganze Fläche durch Stauden zuwachsen zu lassen. Dabei sollten die Pflanzen so ausgewählt werden, dass praktisch während der ganzen Wachstumsperiode etwas blüht. Wenn dieses Stadium erreicht sei, verringere sich auch der Arbeitsaufwand, weil unerwünschte Pflanzen weniger Chancen hätten.

Die Beratung bei Familie Konetzky war nur eine von mehreren Terminen, bei denen Ehrenamtliche mit Unterstützung des Umweltamtes der Stadt Hennef Interessierte zum Thema „Insektenfreundliche Vorgärten“ berieten. Ziel von blüHen ist es, mit dieser Aktion möglichst viele Menschen dafür zu begeistern, dass sie ihre Vorgärten so gestalten, dass  sie vielfältigen Insekten als Lebensraum dienen. Wer zu diesem Thema Fragen hat, findet Informationen weiter unten auf dieser Seite und kann sich auch gerne mit weiteren Fragen an uns wenden.

Ein Beitrag von Barbara und Günter Wagner

 

Naßkalt war es am 10. Januar 2021. Auf den höher gelegenen Flächen des südlichen Randes des Rhein-Sieg-Kreises, so ab 200m Höhe, lag ein wenig Schnee, darunter war´s matschig. Da wir seit einiger Zeit unsere Milch von dem Bauernhof Bernd Schmitz beziehen, haben wir uns für einen Besuch bei den Flächen der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft), die dort für unsere Region zu Hause ist, aufgemacht.

Wie wir alle wissen, haben sich die Bedingungen für Insekten und anderes Kleingetier – und in der Folge dadurch auch für Vögel - in den letzten Jahrzehnten massiv verschlechtert.

Die Landschaft wurde stark verändert: statt kleinteilig mit vielen Strukturen wie Ackerrainen, Hecken und Feldgehölzen werden jetzt große einheitliche Flächen bearbeitet. Zu Beginn dieser Veränderung stellte man fest, dass viele Tiere neuen Lebensraum im Siedlungsbereich fanden, aber inzwischen wird es für sie auch dort schwierig, da in den Gärten immer mehr exotische Pflanzen (uninteressant für unsere Insekten), kurzgeschorener Rasen und Schottergärten mit Abdichtung zum natürlichen Boden beliebt werden.

 

Ein Versuch, wieder mehr Lebensraum für Tiere in die Landschaft einzubrigen, wurde durch die Mitglieder der oben bereits erwähnten SoLaWi im Laufe des vergangenen Herbstes und Winters in Angriff genommen. Dazu wurden verschiedene Sträucher und Bäume entlang eines Ackerweges ( im Besitz der Stadt Hennef) gepflanzt. Es ist eine etwa 200m lange Reihe unterschiedlicher, einheimischer Pflanzen angelegt worden (siehe Artenliste unten). Die Pflanzlöcher sind etwa 0,5m tief und haben einen Querschnitt von etwa 0,3 x 0,3 m. Sie wurden vor der Beplanzung mit einer „Wühlmaussperre“, d.h. mit einem genügend engmaschigen Drahtgeflecht ausgelegt, um die Wurzeln vor Wühlmausfraß zu schützen. Junge Wurzeln schmecken nämlich besonders fein.

Seien wir also gespannt auf die Früchte dieser Arbeit!

Liste der bisher gepflanzten Arten:

  • Amelanchier lamarchii, Kupfer-Felsenbirne; Aronia melanocarpa, Kahle Apfelbeere;
  • Cornus mas, Kornelkirsche; Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere;
  • Ribes rubrum, Rote Johannisbeere; Birne „Gute Luise“; Birne „Williams Christbirne“;
  • Birne „Clapps Liebling“; Birne „Vereinss Dechantsbirne“; Malus „Alkmene“, Apfel;
  • Malus „Ontario“, Apfel; Malus „Jakob Lebel“, Apfel; Malus „Rheinischer Bohnapfel“, Apfel;
  • Malus „Rheinischer Winterrambur“, Apfel; Malus „Cox Orange Renette“, Apfel;
  • Bühler Frühzwetsche; Hauszwetsche; Pflaume „Ontario“; Zwetsche „Wangenheimer Frühzwetsche“.

 

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kjo

Wer Land besitzt und dies zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet, hat ein wirksames Instrument an der Hand, um Natur- bzw. Insektenschutz voranzutreiben. Mag die einzelne Fläche auch klein sein, auf ganz Hennef gerechnet kommt einiges zusammen, denn ca. die Hälfte der Stadtfläche wird landwirtschaftlich genutzt: insgesamt über 5000 ha.

Wenn ein Pachtvertrag ausläuft, ist die richtige Gelegenheit, um ökologische Nutzungsbedingungen in einen neuen Vertrag hineinzuschreiben. Weniger einfach, aber durchaus möglich sind Änderungen in einem laufenden Pachtverhältnis. Viele Landwirt*innen sind Ideen des Naturschutzes gegenüber sehr aufgeschlossen. Es lohnt sich also, das Gespräch zu suchen.

Welche Maßnahmen auf welcher Fläche angebracht sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Eine Vielfalt an Möglichkeiten beschreibt die Internetseite der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe fairpachten.org. Dort finden sich auch ausführliche Beschreibungen der im Folgenden genannten Maßnahmen: Meist sinnvoll ist z.B. das Anlegen von (dauerhaften) Blühstreifen und eine Vermeidung übermäßigen Düngens in die Pachtbedingungen aufzunehmen Für Grünland kann eine naturverträgliche Wiesennutzung festgeschrieben werden, bei der z.B. in festgelegtem Abstand gemäht wird. Im Bereich des Ackerbaus können z.B. zweijährige Anbaupausen für Mais in Verträge hineingeschrieben werden.

Auf fairpachten.org findet sich ein Musterpachtvertrag, der schon in seiner Präambel betont, dass die gepachtete Fläche mit "besonderer Rücksicht auf Natur und Landschaft bewirtschaftet" werden soll.Darüber hinaus kann er an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl von Maßnahmen, die sich in den Vertrag (in § 9) einpflegen lassen - über die hinaus, die wir oben kurz aufgezählt haben.

Fairpachten bietet auch eine kostenlose Beratung an. Damit kann jede*r Landbesitzer*in die optimale – insektenfreundliche – Nutzung für die eigene Fläche finden und im neuen Pachtvertrag festschreiben.

 

 

In einer Veranstaltung am 22. Januar 2021 informierte die Agrarwissenschaftlerin Linda Trein von der NABU-Stiftung rund 20 Interessierte, wie man beim Verpachten Naturschutz mitdenken kann.

 

Nach grundsätzlichen Informationen zu den Themen Insktensterben und Biodiversität ging es vor allem darum, wie bei der Verpachtung von Flächen Naturschutzmaßnahmen in den Pachtverträgen festgeschrieben werden können. Dabei verwies die Referentin immer wieder darauf, dass derartige Vereinbarungen stets im Dialog mit den pachtenden Landwirt*innen getroffen werden müssten.Den Informationen folgten Fragen und ein sehr konstruktiver Austausch, in dem neben der Perspektive des Naturschutzes auch die der Landwirtschaft deutlich wurde und Gemeinsames betont wurde.

Sie wies auf das kostenlose Angebot der NABU-Stiftung hin, sich bei Fragen rund um die Gestaltung von Pachtverträgen individuell beraten zu lassen. Dazu kann man Frau Trein unter folgender E-Mail-Adresse kontaktieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Grundsätzliche Informationen zu dieser Thematik und ein Musterpachtvertrag finden sich in einem Beitrag auf dieser Website. Über das Angebot der NABU-Stiftung informiert ein Video das unter folgendem Link abrufbar ist: https://www.fairpachten.org/projekt/fairpachten-als-erklaerfilm?pk_campaign=Film_NL_012021.

Auch in der Landwirtschaft hat das Thema Biodervisität an Bedeutung gewonnen. Auf den Seiten der Landwirtschaftskammer gibt es nun Kurzfilme zu diesem Thema.

Diese laden ein zu Entdeckungsreisen durchs Feld. Auf den Flächen der Leitbetriebe Biodiversität wird in Kurzfilmen gezeigt, welche vielfältigen Maßnahmenmöglichkeiten es gibt. Die Berater informieren über die Maßnahmen, die Wirkung und geben Praxistipps.

Ein interessantes Angebot für Landwirt*innen, aner auch für interessierte Lai*innen.

https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/naturschutz/video/index.htm

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