In einer Veranstaltung am 22. Januar 2021 informierte die Agrarwissenschaftlerin Linda Trein von der NABU-Stiftung rund 20 Interessierte, wie man beim Verpachten Naturschutz mitdenken kann.

 

Nach grundsätzlichen Informationen zu den Themen Insktensterben und Biodiversität ging es vor allem darum, wie bei der Verpachtung von Flächen Naturschutzmaßnahmen in den Pachtverträgen festgeschrieben werden können. Dabei verwies die Referentin immer wieder darauf, dass derartige Vereinbarungen stets im Dialog mit den pachtenden Landwirt*innen getroffen werden müssten.Den Informationen folgten Fragen und ein sehr konstruktiver Austausch, in dem neben der Perspektive des Naturschutzes auch die der Landwirtschaft deutlich wurde und Gemeinsames betont wurde.

Sie wies auf das kostenlose Angebot der NABU-Stiftung hin, sich bei Fragen rund um die Gestaltung von Pachtverträgen individuell beraten zu lassen. Dazu kann man Frau Trein unter folgender E-Mail-Adresse kontaktieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Grundsätzliche Informationen zu dieser Thematik und ein Musterpachtvertrag finden sich in einem Beitrag auf dieser Website. Über das Angebot der NABU-Stiftung informiert ein Video das unter folgendem Link abrufbar ist: https://www.fairpachten.org/projekt/fairpachten-als-erklaerfilm?pk_campaign=Film_NL_012021.

Wer Land besitzt und dies zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet, hat ein wirksames Instrument an der Hand, um Natur- bzw. Insektenschutz voranzutreiben. Mag die einzelne Fläche auch klein sein, auf ganz Hennef gerechnet kommt einiges zusammen, denn ca. die Hälfte der Stadtfläche wird landwirtschaftlich genutzt: insgesamt über 5000 ha.

Wenn ein Pachtvertrag ausläuft, ist die richtige Gelegenheit, um ökologische Nutzungsbedingungen in einen neuen Vertrag hineinzuschreiben. Weniger einfach, aber durchaus möglich sind Änderungen in einem laufenden Pachtverhältnis. Viele Landwirt*innen sind Ideen des Naturschutzes gegenüber sehr aufgeschlossen. Es lohnt sich also, das Gespräch zu suchen.

Welche Maßnahmen auf welcher Fläche angebracht sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Eine Vielfalt an Möglichkeiten beschreibt die Internetseite der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe fairpachten.org. Dort finden sich auch ausführliche Beschreibungen der im Folgenden genannten Maßnahmen: Meist sinnvoll ist z.B. das Anlegen von (dauerhaften) Blühstreifen und eine Vermeidung übermäßigen Düngens in die Pachtbedingungen aufzunehmen Für Grünland kann eine naturverträgliche Wiesennutzung festgeschrieben werden, bei der z.B. in festgelegtem Abstand gemäht wird. Im Bereich des Ackerbaus können z.B. zweijährige Anbaupausen für Mais in Verträge hineingeschrieben werden.

Auf fairpachten.org findet sich ein Musterpachtvertrag, der schon in seiner Präambel betont, dass die gepachtete Fläche mit "besonderer Rücksicht auf Natur und Landschaft bewirtschaftet" werden soll.Darüber hinaus kann er an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl von Maßnahmen, die sich in den Vertrag (in § 9) einpflegen lassen - über die hinaus, die wir oben kurz aufgezählt haben.

Fairpachten bietet auch eine kostenlose Beratung an. Damit kann jede*r Landbesitzer*in die optimale – insektenfreundliche – Nutzung für die eigene Fläche finden und im neuen Pachtvertrag festschreiben.

Auch in der Landwirtschaft hat das Thema Biodervisität an Bedeutung gewonnen. Auf den Seiten der Landwirtschaftskammer gibt es nun Kurzfilme zu diesem Thema.

Diese laden ein zu Entdeckungsreisen durchs Feld. Auf den Flächen der Leitbetriebe Biodiversität wird in Kurzfilmen gezeigt, welche vielfältigen Maßnahmenmöglichkeiten es gibt. Die Berater informieren über die Maßnahmen, die Wirkung und geben Praxistipps.

Ein interessantes Angebot für Landwirt*innen, aner auch für interessierte Lai*innen.

https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/naturschutz/video/index.htm

Für Menschen mit Lust am Gärtnern aber derzeit ohne Garten: Im Pfarrgarten von St. Michael, Geistingen stehen Flächen zur Gartengestaltung bereit. Wer Freude an Gartenarbeit hat und die Betreuung einer Staudenfläche oder die Anlage von Blühflächen unterstützen möchte, kann sich gern bei Johannes Oppermann (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder Sabine Montag (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) melden.

Vom einmaligen Arbeitseinsatz bis zu einer regelmäßigen gemeinsamen Gartenarbeit ist alles möglich.

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