Der Arbeitskreis Fairer Handel des Vereins Agenda 21 der Stadt Hennef (Sieg) e.V.
lädt ein zu einem

WEBINAR „Schuh- und Lederherstellung – Risiko und Chancen“
am Dienstag, den 11. Mai um 19.00 Uhr mit Dr. Jiska Gojowczyk von SÜDWIND


Die Schuh- und Lederindustrie gilt schon lange als Hochrisikoindustrie in Bezug auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards. Insbesondere die Lederindustrie gehört zu den ‚giftigsten‘ überhaupt. Während im letzten Jahr über die Arbeiter*innen in der Textilindustrie vergleichsweise viel berichtet wurde, spricht kaum jemand über die Situation in der verwandten Schuh- und Lederindustrie. Dabei hat sich die Situation im Zuge der Covid-19-Pandemie für viele Arbeiter*innen in diesem Sektor massiv verschlechtert.
Der Vortrag zeigt aktuelle Missstände bei der Herstellung von Schuhen und Leder auf. Dabei wird vor allem die Situation in Brasilien, in Indien und in China beleuchtet. Klar wird dabei: Die Probleme wurden nicht durch die Pandemie allein verursacht, sondern sie sind menschengemacht und bestanden schon vor 2020. Sie können und müssen deshalb auch von Menschen behoben werden. Diskutiert wird, was konkret in Kommunen wie Hennef getan werden kann. Welche konkreten Schritte sind nötig und möglich, und was ist überhaupt wirksam? Gegen die Resignation vor den großen Herausforderungen im Sektor verspricht der Abend Kampfgeist und den Mut, an mögliche Veränderungen auch wirklich zu glauben.
Die Referentin Dr. Jiska Gojowczyk ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am SÜDWIND-Institut und Autorin der Studien Wenn aus zu wenig fast nichts wird: Erhebung über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf indische Arbeiter*innen der Schuh- und Lederherstellung (2021) und Wo(rin) wir stehen: Kommunale Beschaffung von Sicherheitsschuhen mit ökosozialen Kriterien (2020).
Die Zugangsdaten erhalten Sie nach telefonischer oder Anmeldung per Mail beim
Umweltamt der Stadt Hennef, Frau Holschbach Tel. 02242-888306 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

Die Arbeitsgruppe „blühendes Hennef“ (blüHen) möchte Menschen unterstützen, die ihren Vorgarten insektenfreundlicher gestalten möchten.

Angeboten wird eine Beratung, wie ein „Schottergarten“ oder ein für Insekten ähnlich unattraktiver Vorgarten umgestaltet werden kann.

Weitere Infos finden Sie auf den Seiten der Arbeitsgruppe.

Im März bietet die Stadtblibliothek in der Meysfabrik dazu einen Thementisch mit vielen interessanten Buchtiteln an. Ein Besuch lohnt sich!

 

Ein Beitrag von Barbara und Günter Wagner

 

Naßkalt war es am 10. Januar 2021. Auf den höher gelegenen Flächen des südlichen Randes des Rhein-Sieg-Kreises, so ab 200m Höhe, lag ein wenig Schnee, darunter war´s matschig. Da wir seit einiger Zeit unsere Milch von dem Bauernhof Bernd Schmitz beziehen, haben wir uns für einen Besuch bei den Flächen der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft), die dort für unsere Region zu Hause ist, aufgemacht.

Wie wir alle wissen, haben sich die Bedingungen für Insekten und anderes Kleingetier – und in der Folge dadurch auch für Vögel - in den letzten Jahrzehnten massiv verschlechtert.

Die Landschaft wurde stark verändert: statt kleinteilig mit vielen Strukturen wie Ackerrainen, Hecken und Feldgehölzen werden jetzt große einheitliche Flächen bearbeitet. Zu Beginn dieser Veränderung stellte man fest, dass viele Tiere neuen Lebensraum im Siedlungsbereich fanden, aber inzwischen wird es für sie auch dort schwierig, da in den Gärten immer mehr exotische Pflanzen (uninteressant für unsere Insekten), kurzgeschorener Rasen und Schottergärten mit Abdichtung zum natürlichen Boden beliebt werden.

 

Ein Versuch, wieder mehr Lebensraum für Tiere in die Landschaft einzubrigen, wurde durch die Mitglieder der oben bereits erwähnten SoLaWi im Laufe des vergangenen Herbstes und Winters in Angriff genommen. Dazu wurden verschiedene Sträucher und Bäume entlang eines Ackerweges ( im Besitz der Stadt Hennef) gepflanzt. Es ist eine etwa 200m lange Reihe unterschiedlicher, einheimischer Pflanzen angelegt worden (siehe Artenliste unten). Die Pflanzlöcher sind etwa 0,5m tief und haben einen Querschnitt von etwa 0,3 x 0,3 m. Sie wurden vor der Beplanzung mit einer „Wühlmaussperre“, d.h. mit einem genügend engmaschigen Drahtgeflecht ausgelegt, um die Wurzeln vor Wühlmausfraß zu schützen. Junge Wurzeln schmecken nämlich besonders fein.

Seien wir also gespannt auf die Früchte dieser Arbeit!

Liste der bisher gepflanzten Arten:

  • Amelanchier lamarchii, Kupfer-Felsenbirne; Aronia melanocarpa, Kahle Apfelbeere;
  • Cornus mas, Kornelkirsche; Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere;
  • Ribes rubrum, Rote Johannisbeere; Birne „Gute Luise“; Birne „Williams Christbirne“;
  • Birne „Clapps Liebling“; Birne „Vereinss Dechantsbirne“; Malus „Alkmene“, Apfel;
  • Malus „Ontario“, Apfel; Malus „Jakob Lebel“, Apfel; Malus „Rheinischer Bohnapfel“, Apfel;
  • Malus „Rheinischer Winterrambur“, Apfel; Malus „Cox Orange Renette“, Apfel;
  • Bühler Frühzwetsche; Hauszwetsche; Pflaume „Ontario“; Zwetsche „Wangenheimer Frühzwetsche“.

 

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kjo

Covid-19 und Fairtrade

dieses Thema stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Agenda 21 im Januar 2021 in Hennef, die per Zoom gehalten wurde. Annette Flinterman, Leiterin des AK Fairer Handel der Agenda 21 in Hennef weist in ihrem Vortrag auf die Lage in Ländern des globalen Südens hin. Der Zusammenbruch der Lieferketten weltweit hat zu einem Verlust an Arbeit geführt, was bei fehlender sozialer Absicherung zu sozialen Katastrophen führt. Teile der Bevölkerung sind der Pandemie schutzlos ausgeliefert, Schutzmasken sind Luxusgut und Kinderarbeit ist wieder dramatisch gestiegen.
Deutlich ist auch, dass da wo mit Fairtrade oder mit ähnliche Organisationen zusammengearbeitet wird, die Leute besser geschützt sind und dank einer guten Vernetzung, Bildung, Schutzmaßnahmen, als auch mit Nahrung oder finanziellen Mitteln unterstützt werden.
In der Präsentation gibt es einige Links zu Videos als auch zu fairen Organisationen. Mehr über Fair Einkaufen finden Sie in unseren Einkaufsratgeber für Fair Trade und Regionale Produkte.


Am 08.10.20 fand von 16:00 bis 18:00 Uhr eine Besichtigungstour der Holzhackschnitzelheizanlage (Baubetriebshof) und des Abwasserwerks statt, um mehr zur nachhaltigen Energiebewirtschaftung zu erfahren. Zu dieser Tour waren Bürger*innen vorab eingeladen worden.

Holzhackschnitzelanlage des Baubetriebshofs:

Seit mehreren Jahren betreibt der Baubetriebshof eine Holzhackschnitzelanlage. Mit der daraus gewonnenen Wärme werden die Betriebsräume wie auch die Werkstätten des Bauhofs geheizt.

Das Holz stammt u. a. aus Notfällungen und Bruch. In gewissen Zeitabständen wird das Holz gehäckselt. Dazu kommt ein großausgelegter Häcksler auf den Bauhof. Selbst große Stämme gehen am Stück durch den Häcksler. Die Holzhackschnitzel werden unter einer luftdurchlässigen Plane getrocknet und danach eingelagert. Eine Förderspindel transportiert die Häcksel automatisch in den Brennofen der Anlage.

Der Leiter Baubetriebshof berichtet, dass erst eine gewisse Betriebserfahrung im Laufe der ersten 2 Jahre einen störungsfreien Betrieb ermöglicht hat. So ist es z. B. nicht möglich, Weihnachtsbäume dort zu entsorgen, da der hohe Asche-Anteil, der bei der Verbrennung entsteht, den Betrieb der Anlage stört.

Kläranlage der Stadt Hennef in Hennef-Zentrum:

Hennef verfügt über 2 Kläranlagen. Eine davon liegt nahe des Zentrums. Die Besichtigung führte vom Zulauf des Schmutzwassers bis zu dem Austritt des gereinigten Wassers aus der Anlage.

Zu Beginn des Reinigungsprozesses wird über Schneckenantriebe grober Unrat aussortiert. In Überlaufbecken folgt das Aussortieren von feinerem Schmutz.

Den Klärbecken werden große Mengen Luft zugeführt, damit die Bakterien das Wasser reinigen können. Diese Belüftungsanlagen sind auch der größte Stromverbraucher im Klärwerk.

In den beiden Faultürmen wird entstehendes Gas aufgefangen. Das Gas wird in einem Blockheizkraftwerk verbrannt, so dass sowohl Strom als auch Wärme genutzt werden können. Ein großes Problem sind im Faulturm über die Toilette entsorgte Wattestäbchen, deren Plastikstiele zu einem Blockieren der Anlage führen können.

Vielen Dank an die Mitarbeiter des Baubetriebshofs und des Klärwerks für die tollen Führungen! Wir haben viel gelernt.

Das nächste virtuelle Treffen der AG Klimaschutz ist am Donnerstag, 3.12.20, von 18:00 bis 19:00. Bei Interesse an einer Teilnahme bitte Frau Behrendt, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, kontaktieren. Themen werden u. a. sein:
- Rückblick auf 2020 (3 Touren, Kooperation mit Hennef for Future, etc.)
- Fahrrad-Schleichwege-Karte (Stand und weiteres Vorgehen)
- Planung für 2021 bzgl. Touren
- Diskussion möglicher Schwerpunktthemen für die Arbeitsgruppe in 2021