Vorstand Agenda21

Mitgliederversammlung „Agenda 21 der Stadt Hennef (Sieg) e.V.“

Am Donnerstag, den 23.01.2020, fand ab 19:05 Uhr die 10. Mitgliederversammlung des Vereins statt. Nachfolgend finden sich Auszüge aus dem Protokoll der Sitzung:

Berichte:
TOP 4: Rechenschaftsbericht des Vorstands (Vorsitzende, Kassenführerin)
Die Vorsitzende Frau Osterhaus –Ehm berichtet aus dem vergangenem Jahr und fasst die Aktivitäten des Vereins zusammen:
- Jahresthema Mikroplastik (Vortrag, Filmvorführung „A plastic ocean, Antragstellung (siehe TOP 9)
- Sommerfest mit Führung zur Borkenkäferproblematik
- 5 Vorstandssitzungen.

TOP 5: Berichte aus den Arbeitsgruppen

AK Fairer Handel:
Frau Flintermann berichtete aus dem AK Fairer Handel; Rückblick und Vorschau sind als Informationen auf der Internetseite-Arbeitsgruppe Fairer Handel eingestellt.

AG Klimaschutz:
Herr Dr. Sasse fasst die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Klimaschutz zusammen:
- Teilnahme an Hennef macht Mobil
- Vortrag von Herrn Limper zu Photovoltaik
- 6 Treffen
- zukünftige mögliche Themenbereiche:
-- Mobilität: Zusammenstellung von Schleichwegen im Stadtgebiet Hennef. (App und pdf. Karten sind auf der Internetseite eingestellt)
-- Bach und Flusspatenschaften (Müllproblematik, freilaufende Hunde, Verhalten bei Niedrigwasser)
-- Geothermie hier: Grundwasserproblematik
-- Grünflächenmanagement der Stadt Hennef (Begrünung Innenstadt, Fassaden)
-- Umsteigen aufs Fahrrad.

AG Blühendes Hennef:
Herr Prof. Jonas stellt die Schwerpunkte für das laufende Jahr vor:
- Vorbereitung einer Pflanzentauschbörse
- Thema Landwirtschaft und Blühstreifen
- Teilnahme am Markt der Möglichkeiten
Schwerpunkt im letzten Jahr war der Wettbewerb „Blühendes Hennef“. Alle Informationen werden immer aktuell auf der Internetseite Arbeitsgruppe BlüHen eingestellt.

TOP 9: Jahresthema 2020
Frau Osterhaus-Ehm erläutert den Vorschlag des Vorstandes „Trinkwasserzugang im öffentlichen Raum“.
Frau Akstinat schlägt vor, sich dem Thema „Verschmutzung durch Zigarettenkippen“ zukünftig ebenfalls zu widmen.
Anschließend wird der Vorschlag des Vorstandes einstimmig angenommen.
Frau Osterhaus-Ehm und Herr Pohl erklären sich bereit, ein Fachgespräch mit den Stadtwerken und /oder Rhenag zu führen, inwieweit der Trinkwasserzugang an öffentlichen Orten realisiert werden kann.
Ideen für Standorte:
Kurpark
Skateranlage
Bahnhof
Hist. Schulhof Westerhausen Friedhöfe
Ideen für Vorgehensweise:
- Aufruf für Freiwillige (Kirchen, Privatleute etc.) die bereit sind, Außenwasserhähne zur Verfügung zu stellen, die dann umgerüstet werden.
- bei der Stadt Köln nachfragen
- Trinkwasserbrunnen 24.de

Ausblick (Stand April 2020): wegen der Pandemie sind die Veranstaltungen in der nahen Zukunft abgesagt, vgl. auch Termine. Wir werden informieren, sobald sich etwas ändert.

Verzeichnis der meist benutzten Label im Tierwohl-Bereich

In den letzten Jahren ist das Thema „Tierwohl“ für Konsumenten immer wichtiger geworden. Dies umfasst u. a. Eier und geht weiter über Haltungsbedingungen bis hin zu Transport und Schlachtung.
Der Begriff „Tierwohl“ ist in Deutschland nicht geschützt und auch nicht gerichtlich definiert, was es für Konsumenten nicht einfacher macht, die Vielfalt an unterschiedlichen Bezeichnungen zu verstehen.
Erst im Februar 2019 wurde ein neues staatliches Tierwohllabel von der Agrarministerin der Öffentlichkeit vorgestellt. Darüber hinaus gibt es mehrere Tierwohlkennzeichnungen privater Organisationen.

 Umweltschutz und Landwirtschaft

Alle reden von Insektenschutz, Blühwiesen, und den pflegeleichten "Gärten des Grauens" in unseren Städten. Jürgen Becker Während unsere Arbeitsgruppe ihre Aktivitäten bisher auf das private Umfeld konzentriert (z.B. mit dem Wettbewerb "Hennef summt" und der Suche nach den insektenfreundlichsten Gärten), arbeiten andere mit ganz anderen Größenordnungen. Die Hennefer Landwirte Jürgen Becker (hier im DLS-Interview) und Bernd Dornbusch-Becker bewirtschaften ca. 250 ha Ackerland. Seit dem Jahr 2006 gehört der Betrieb zum Demeter-Verband. Schon seit Anfang der 90er liefert er sämtliches Getreide für die Brote und Backwaren der DLS Vollkorn-Mühlenbäckerei. Die Felder sind von breiten Ackerrandstreifen umgeben, einige auch von besonders insektenfreundlichen Blühstreifen. Statt bis auf wenige cm an die geteerte Straße zu pflügen, stehen hier sechs Meter für Wildpflanzen und Insekten zur Verfügung. Das sind rasch 5 - 10 % der Anbaufläche, oder 15.000 qm an einem 19 ha großen Acker. Natürlich wird auf der gesamten Fläche biologisch angebaut, Glyphosat und Bienensterben sind auf diesen Äckern kein Thema. Wie das praktisch aussieht, kann sich jeder auf den Feldern um den Hof in Hennef-Theishohn anschauen. Die Flächen sind gerade in der Umstellung von der konventionellen auf biologische Landwirtschaft. Im Sommer waren die Blühstreifen voll mit unterschiedlichsten Blumen und Kräutern, im Winter sieht es natürlich auch hier etwas grauer aus. Eingesäät wurde die Fläche in Theishohn mit der Saatmischung Viterra Bodengare Öko, einer Zwischenfrucht zur Bodenverbesserung (40% Sommerwicke, 28% Sommerfuttererbse, 22% Blaue Bitterlupine, 7% Alexandrinerklee, 2% Phacelia, 1% Sonnenblume). Auf dem Randstreifen wachsen Sonnen- und Mohnblumen neben vielen anderen Wildkräutern. In den kommenden Jahren wird mit einer weiter wachsenden biologischen Vielfalt gerechnet. Dafür sorgt auch Valentin Becker, der den Hof nun in dritter Generation als Ökolandwirt mit bewirtschaftet. Auch Nachfolgerprobleme gibt es hier offensichtlich nicht.

Effektiver Naturschutz geht nur mit den Landwirten. Familie Becker zeigt, wie Ökonomie und Ökologie hand-in-hand gehen können.

 

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kjo

Interview mit Wolfgang Trambacz, Gewinner des Gartenwettbewerbs "Hennef summt" 2019 in der Kategorie Große Gärten

Wolfgang Trambacz ist einer der Gewinner des Gartenwettbewerbes 2019. Sein Garten in Geistingen verströmt das Flair französischer Filme, in denen eine verwitterte Bank unter einem alten Obstbaum sofort dazu einlädt, den lauen Sommerabend bei einem Kaffee, einem Croissant und einer Zeitung zu verbringen. Mit ihm sprach Karl Jonas (Agenda 21, Sprecher der AG blueHen).

blüHen: Hallo Wolfgang, herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Preis beim Gartenwettbewerb 2019. Wann bist du in dieses Haus mit diesem Garten gezogen?
Wir haben vor 25 Jahren das Haus wegen des großen Gartens gekauft. Wir wollten unser eigenes Gemüse und Obst anpflanzen, und unsere Kinder sollten auf jeden Fall mit der Natur aufwachsen.

blüHen: Sah der Garten damals schon in etwa so aus wie jetzt, oder hast du ihn mit der Zeit umgestaltet?
Der Garten bestand damals hauptsächlich aus Rasen. Dazu gab es Obstbäume, von denen einige auch noch stehen. Der Garten ist von uns mit den Jahren nach und nach umgestaltet worden. Einiges hat sich auch von alleine ergeben. So haben wir zum Beispiel seit einigen Jahren einen Holunderstrauch, den wir nicht gepflanzt haben. Wir haben der Natur Raum gelassen. Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, was es dann auf einmal Neues an Pflanzen oder Tieren zu sehen gibt.

blüHen: Wieviel Arbeit macht so ein Garten, in dem man sich beim Reinkommen sofort wohl fühlt?
Ich glaube nicht, dass so ein Garten mehr Arbeitszeit benötigt. Ich gestalte jedes Jahr nur einen kleinen Teil des Gartens neu. Vieles bleibt über Jahre sich selbst überlassen. Ich bezeichne das gerne als wilde Ecken. Hier haben Tiere und Pflanzen bessere Bedingungen zum Leben und Überleben.

blüHen: Schön für Menschen, aber wie sieht es mit der Insektenfreundlichkeit aus?
Unser Garten sollte immer für Menschen, Tiere und Pflanzen eine Wohlfühloase sein. Wilde Ecken, alte Obstbäume, Reisighaufen und heimische Sträucher und Stauden sind für alle Tiere wichtig. Ich liebe meine Wiese, auf der im Frühjahr Hunderte von Krokussen blühen und die sich stetig verändert. Sie wird nur wenige Male gemäht. Außerdem lasse ich gerne beim Mähen einige Stellen mit gerade blühenden Pflanzen stehen -- so werden Insekten nicht plötzlich von ihren Futterplätzen verdrängt.

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Hinweis:

Es gibt ein Update der Aktivitäten aus der AG Klimaschutz, zu finden hier.